Ein Hundemädchen findet ihre Familie

Wie alles begann

N ach dem Tod unserer Sharie wurde uns schnell klar, dass etwas gravierendes in unserem alltäglichen Leben fehlte. Es waren gut 2 1/2 Monate seit dem Tod von Sharie vergangen und wir beschäftigten uns ernsthaft wieder mit dem Gedanken, uns erneut eine "Fellnase" anzuschaffen. Zunächst einmal gingen unsere Gedanken in Richtung Welpen und wir machten uns intensiv im Internet kundig. Mitte März fiel Renate dann folgende Anzeige einer Samstagsausgabe der WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) auf.

Quelle WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

Die angegebene Anzeigennummer führte uns zur Hundeauffangstation des Tierschutzvereins "Pro Vita Animale" in Essen Kray. Auf deren Internetseite gab es dann ein paar mehr Informationen zu der kleinen Sofie (damals noch Sofia) und den entsprechenden Vermittlungsvorraussetzungen und Formalitäten. Nachdem wir uns über die Besuchszeiten informiert hatten, stand einem Besuch in der Hundeauffangstation nichts mehr im Wege. Dieser sollte am Gründonnerstag stattfinden.

Quelle Pro-Vita-Animale Essen

Quelle ProDogRomania


Gründonnerstag, 29.März 2018, eine riesige Enttäuschung

Gegen 13.00 Uhr sind wir in der Hundeauffangstation in Essen Kray um Sofie das erstemal zu sehen und unser Interesse an ihr anzumelden. Nachdem wir uns bei dem Leiter der Tierstation vorgestellt , und unser Interesse an Sofie bekundet haben, erhalten wir die Antwort, dass Sofie schon einem anderen Interessenten zugesagt worden ist. Solch eine Antwort hatten wir nicht erwartet und eine riesige Enttäuschung überkommt uns. Die Enttäuschung bei Renate ist so groß, dass sie ihre Tränen nicht zurückhalten kann. Unterdessen hake ich beim Stationsleiter nach und frage, ob ich unsere Adresse für den Fall, das der andere Interessent Sofie vielleicht doch nicht nehmen will, hinterlegen kann. Ich schreibe unsere Adresse und Telefonnummer auf einen Zettel, gebe ihn dem Stationsleiter und wir verlassen ziemlich deprimiert die Hundeauffangstation.

Da die Osterfeiertage vor der Tür stehen, machen wir noch einige Einkäufe in der Stadt. Irgendwie kann ich mich mit der Situation jedoch nicht abfinden, da wir der kleinen Sofie doch ein liebevolles neues Zuhause geben wollten. Mein Gefühl sagte mir, dass unsere Chancen, Sofie zu bekommen,noch nicht ganz verloren waren.

Kaum nach dem Einkaufen wieder zu Hause angekommen, klingelt auch schon das Telefon. Am anderen Ende der Leitung ist der Stationsleiter von ProVitaAnimale aus Essen und fragt nach, ob wir immer noch an Sofie interessiert wären und wenn ja, ob wir auch bereit wären eine Selbstauskunft als potentieller Interessent auszufüllen. Wenn ja, könnten wir am Ostersonntag vorbeikommen und mit Sofie einen "ersten Spaziergang" machen. Natürlich sind wir noch interessiert und ich fülle auch umgehend die Selbstauskunft aus, die mir per Mail zugeschickt wurde. Diese Selbstauskunft dient dem Tierschutzverein, sich einen groben Überblick über den Bewerber zu verschaffen, ob überhaupt Grundvorraussetzungen für eine Hundehaltung vorhanden sind.

Der erste Schritt ist getan und wir freuen uns schon riesig auf den Ostersonntag wohlwissend, dass die Freude im Moment wohl mehr auf unserer Seite als auf Sofies Seite ist, wurde sie uns doch als sehr ängstlich und verunsichert geschildert.


Ostersonntag, 01.April 2018, der erste Kontakt bei Regenwetter

Die ganze Nacht hindurch und den Vormittag hatte es geregnet. Nicht gerade ein optimales Wetter für einen Hundespaziergang aber mit der richtigen Bekleidung auch kein Problem. Wir haben uns mit Patrick und Janine (Patricks Freundin) für 12.00 Uhr bei der HAS (Hundeauffangstation) in Essen-Kray, nähe Mechtenberg verabredet. Als wir ankommen sind die beiden schon da und Sofie ist bereits für ihren "1. Spaziergang" mit uns vorbereitet. Die ersten paar Meter von der HAS bis runter zur Straße trage ich sie auf meinem Arm. Dann setze ich sie ab und es geht los.

Ostersonntag, 1.April 2018

Ostermontag, 2.April 2018

Nachdem wir am Ostermontag von unserem Spaziergang mit Sofie wieder in die Hundeauffangstation zurückgekehrt waren, wurden wir vom Stationsleiter, Herrn Dilthey, in sein kleines Büro gebeten. Es wurden nochmals grundsätzliche Dinge besprochen und der Termin von Sofies Umzug in ihr neues Zuhause festgelegt. Bereits am kommenden Mittwoch, 04.April 2018 um 18.30 Uhr, sollte dieser erfolgen. Glücklich und voller Vorfreude verabschiedeten wir uns und warteten nun auf Mittwoch. 3 Monate nach Sharies Tod würde wieder ein Hundemädchen in unserem Haus für Aufregung und Leben sorgen.


Mittwoch,04. April 2018, Sofie zieht in ihr neues Zu Hause ein>

Patrick und Janine sind auch gekommen, um die kleine Sofie bei ihrem Umzug in ihr neues Heim zu begrüßen. Pünktlich um 18.30 Uhr klingelt es an unserer Tür und Herr Diltey steht mit der kleinen Sofie vor der Tür. Sofie wirkt sehr aufgeregt und verunsichert in ihrer neuen Umgebung und versteckt sich instinktiv erst einmal unter einem Stuhl im Wohnzimmer. Während ich die vertraglichen und finanziellen Dinge mit Herrn Diltey kläre, versuchen Renate, Patrick und Janine beruhigend auf Sofie einzuwirken.

Renate hatte bereits im Vorfeld einen Napf mit Hundefutter vorbereitet und siehe da, die kleine Sofie hat einen gesegneten Appetit.

Der Begrüßungsnapf

Nach gut einer Stunde ist es dann soweit. Nachdem ich alle Unterlagen bzw. Dokumente von Herrn Diltey erhalten habe, bekommen wir von ihm ein Lebkuchenherz geschenkt und Sofie ein kleines Hundespielzeug. Er verabschiedet sich von Sofie und ich begleite ihn zur Tür. In ca. einem Jahr werden wir ihn hier wiedersehen, wenn er zu dem vereinbarten "Nachbesuch" vorbeischaut. Ab jetzt sind wir wieder zu dritt und es beginnt für Renate und mich wieder ein neuer Lebensabschnitt und für die kleine Sofie endlich ein richtiges Hundeleben auf das sie über 2 1/2 Jahre warten musste. Der 04.April wird daher von uns als Sofies Geburtstag begangen.