Montag, 02. Januar 2017, das Neue Jahr fängt schon gut an !

D er erste Arbeitstag im Neuen Jahr ist vorbei und ich komme so gegen 17.00 Uhr nach Hause. Aber heute ist etwas anders. Normalerweise hört Sharie mein Kommen, bellt und rennt zur Eingangstür, um mich zu begrüßen. Heute jedoch kein Bellen, sie sitzt im Flur und schaut mich an. Ich fordere sie auf zur Tür zu kommen und nach längerem Zögern kommt sie auch. Mir fällt sofort auf, dass sie den hinteren rechten Lauf nicht belasten und auf den Boden aufsetzen kann. Renate ist es bis dahin garnicht aufgefallen, dass sich Sharie den ganzen Nachmittag noch im Erdgeschoss befindet und gedacht, dass sie im OG unseres Hauses liegt. Da Sharie ein sehr lebhafter Hund ist liegt die Vermutung nah, dass sie sich beim "Rumtollen oder Springen" möglicherweise eine Zerrung zugezogen hat. Auch hat unser Tierarzt bei anderer Gelegenheit erzählt, dass bei solchen Anlässen auch schon mal bei kleineren Hunden die Kniescheibe verspringt, die sich dann aber meistens von selbst wieder einrenkt. Renate vermutet, dass sich Sharie beim Sprung von der Lehne unseres Wohnzimmersessels (eines ihrer Lieblingsplätze wenn sie etwas rumdöst) auf den glatten Parkettboden verletzt hat als der Postbote an der Haustür klingelte. Offensichtlich hat Sharie keine Schmerzen und so beschließen wir abzuwarten und zu schauen, ob sich ihr Zustand wieder normalisiert.


Dienstag, 03. Januar 2017, wir fahren zum Tierarzt

Leider hat sich der Zustand des Hinterlaufs von Sharie nicht gebessert und wir fahren mit ihr zu unserem Tierarzt in die Innenstadt. Dr. Meiner-Biniszkiewicz untersucht Sharie, tastet den Hinterlauf ab und bewegt diesen in alle möglichen Richtungen. Sharie läßt das alles über sich ergehen ohne einen Laut von sich zu geben. Es scheint wohl nichts gebrochen zu sein, was uns erst einmal kurzfristig beruhigt. Er vermutet, dass es sich um eine Zerrung handeln könnte. Sollte es Sharie in den nächsten 2-3 Tagen nicht besser gehen, sollen wir nochmal zum Röntgen in die Praxis kommen.


Montag, 09. Januar 2017,Röntgenaufnahmen werden angefertigt und am Abend passiert es

Seit einer Woche halten die Probleme mit dem Hinterlauf nun schon an und es ist keine Verbesserung eingetreten. Wie mit dem Tierarzt vereinbart, fahren wir gleich morgens in die Tierarztpraxis und lassen Röntgenbilder anfertigen.

Wir erhalten die Bestätigung, dass zumindest nichts gebrochen ist. Die Diagnose bewegt sich so langsam in Richtung Bänder/Kreuzbandfraktur. Solche Schäden sind leider auf einem Röntgenbild nicht eindeutig zu erkennen. Wir werden vom Tierarzt darauf vorbereitet, dass in diesem Fall eine Operation unumgänglich wird. Mit diesen Informationen fahren wir erst einmal nach Hause um dann in 2 Tagen noch einmal vorstellig zu werden, um die weitere Vorgehensweise bzw. OP zu besprechen. Zu diesem Termin wird es aber nicht mehr kommen, was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen können.

Es ist so gegen 18.15 Uhr, Sharie hat ihr "Geschäft" auf der Grünfläche im Park gemacht. Den Weg dorthin habe ich sie getragen, zurück möchte sie aber lieber laufen, was auch auf drei Beinen immer noch gut geht. Ich mache sie von der Leine los und lasse sie gehen. Übermütig wie sie nun einmal ist fängt sie plötzlich an schneller zu Laufen, sodaß ich ihr kaum folgen kann. Ich habe sie fast eingeholt da höre ich ein lautes, kurzes Knacken gefolgt von einem kurzen Aufjaulen von Sharie. Ihr Laufen wird jäh unterbrochen und sie sackt auf ihr Hinterteil. Mir ist sofort klar, da ist irgendetwas gerissen. Ich trage Sharie nach Hause und Renate und ich sind uns einig, dass ich sofort am nächsten Tag mit Sharie in die Tierklinik nach Duisburg-Kaiserberg fahre.


Dienstag,10. Januar 2017, Untersuchung in der Tierklinik Duisburg-Kaiserberg

An diesem Morgen ist mal wieder viel los in der Tierklinik, und ich muß recht lange warten, bis wir von einem Tierarzt aufgerufen werden. Ich erzähle dem Tierarzt (TA Wegner) den bisherigen Krankenverlauf von Sharie und übergebe ihm auch die gemachten Röntgenaufnahmen. Er untersucht den Hinterlauf und diagnostiziert ziemlich bestimmt einen Kreuzbandriss. Unser Haustierarzt lag mit seiner Vermutung also schon richtig. Eine OP ist somit unausweichlich. Der TA erklärt mir, wie bei der OP vorgegangen wird und was genau gemacht wird. Es beruhigt mich etwas, dass solche Operationen zum Routineprogramm der Klinik gehören. Ein Risiko bei Operationen bleibt aber immer die Vollnarkose in die das Tier versetzt wird. Da eine Zahnsteinentfernung bei Hunden auch unter Vollnarkose durchgeführt wird und solch eine auch bei Sharie in absehbarer Zeit ansteht, frage ich den Tierarzt, ob das zusammen mit der OP erledigt werden kann. Er hält das auch für sinnvoll und 2 kleinere Warzen auf Sharies Kopf sollen auch entfernt werden. Der OP-Termin wird kurzfristig auf Donnerstag festgelegt.


Donnerstag,12. Januar 2017, Opperation in der Tierklinik Duisburg-Kaiserberg

Am Tag der OP muss der Patient zwischen 8.00 Uhr - 9.00 Uhr zur Aufnahme in die Klinik gebracht werden. Die letzte Mahlzeit hat Sharie am Vorabend gegen 18.30 Uhr und die letzte Wasseraufnahme gegen 22.00 Uhr erhalten. Renate und ich haben die Nacht recht unruhig geschlafen weil sich unsere Gedanken nur um die anstehende OP drehten. Entsprechend emotional fällt die Verabschiedung von Renate aus, als ich Sharie in ihrer Hundetasche ins Auto bringe und nach Duisburg losfahre. In Duisburg angekommen, es ist wie immer viel los, werde ich mit Sharie nach einer Wartezeit von ca. 30 Minuten in ein Arztzimmer aufgerufen. Es begrüßt uns Dr. Scholz, der auch die OP am Kreuzband von Sharie durchführen wird. Er bespricht mit mir noch einmal den gesamten Ablauf und gibt mir dann eine Telefonnummer, unter der ich mich dann ab 16.00 Uhr nach erfolgter OP über den OP-Verlauf und den Zustand von Sharie erkundigen kann. Sharie muss nach der OP eine Nacht zur Kontrolle in der Klinik bleiben, um bei eventuell auftretenden Komplikationen entsprechend reagieren zu können. Sharie war zuvor noch nie eine Nacht alleine von zu Hause weg, aber da muss sie und auch wir durch. Dann geht alles ganz schnell. Ich gebe Sharie ein Küschen auf ihr Köpfchen und verlasse schnell das Zimmer. Von nun an geht alles seinen Lauf. Es ist ca. 10.00 Uhr und ich beginne meine Tour zur Arbeit. Wo ich mich gedanklich aber den ganzen Tag befinde kann man sich sicherlich vorstellen.

Es ist 15.30 Uhr und ich bin deutlich angespannt. Das Handy klingelt und am anderen Ende der Leitung meldet sich Dr.Scholz aus der Tierklinik. Noch bevor ich überhaupt etwas sagen kann beruhigt er mich und teilt mir mit, dass Sharie die OP gut überstanden hat und auch schon aus der Narkose erwacht ist. "Gefühlte Zentnerlasten fallen von meinen Schultern". Der Hauptgrund seines Anrufes ist die Frage, ob die entfernten Warzen von Sharies Kopf vorsichtshalber zur histologischen Untersuchung und Begutachtung an die Tierpathologie eingesandt werden sollen. Ich stimme zu. Als nächstes rufe ich sofort Renate an und erzähle ihr, dass alles gut gelaufen ist und es Sharie gut geht. Sie weint und wir können es kaum erwarten, unsere Sharie am nächsten Tag wieder nach Hause zu bringen.


Freitag, 13.Januar 2017, Sharie kann die Tierklinik wieder verlassen

E s ist 12.15 Uhr als Renate und ich in der Tierklinik ankommen um unsere Kleine abzuholen. Eine Pflegerin bringt uns Sharie in ihrer Tasche und wir gehen ins Wartezimmer und warten das wir zum Entlassungsgespräch beim zuständigen Arzt aufgerufen werden. Wir sind überglücklich das Sharie alles so gut überstanden hat und auch Sharie freut sich indem sie versucht, sich in der Tasche hin und her zu bewegen, was ihr aber wegen des großen Verbandes nicht so recht gelingen will.

Insgesamt sieht sie etwas "abenteuerlich" aus, da sie eigentlich kurz vor dem Kreuzbandriss einen Termin beim Hundefriseur hatte. Vorne sind die Haare lang und hinten sind die Haare kurz geschoren, damit der Verband einen besseren Halt hat. Oben auf dem Köpfchen hat sie auch eine kleine geschorene Stelle, wo man ihr 2 kleine Warzen während der OP entfernt hat. Aber egal, wir haben sie wieder und es geht ihr gut. In den nächsten 2 Wochen müssen wir alle 3 Tage zu unserem Tierarzt der die OP-Wunde versorgt und den Verband wechselt. Spätestens Ostern, so sagt uns der Arzt in der Klinik, wird sich Sharie wieder normal bewegen können.